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Ratgeber · Local SEO · Google-Profil

Google-Unternehmensprofil für Handwerker:
7 Felder, die Anrufe bringen

Aus der Praxis von deine-webProfis Hamburg · Lesezeit ca. 7 Min. · Stand 2. September 2026

Wer „Dachdecker in meiner Nähe" oder „Badsanierung + Stadt" googelt, sieht zuerst die Karte mit drei Betrieben, das Map-Pack. Ob Sie dort stehen, entscheidet nicht Ihre Website, sondern Ihr Google-Unternehmensprofil. Es ist kostenlos, in zwei Minuten angelegt und bei den meisten Handwerksbetrieben halb leer. Sieben Felder machen den Unterschied: Kategorien, Leistungen mit Preis, Einzugsgebiet, Fotos, Erreichbarkeit, Bewertungen und Beiträge. Wie Sie jedes davon richtig füllen, steht hier.

Wir richten Google-Profile für Handwerksbetriebe ein und sehen dabei immer dasselbe Muster: Eine Kategorie, kein Preis, sechs Fotos vom Firmenwagen, keine Antwort auf Bewertungen. Genau diese Lücken lassen sich an einem Nachmittag schließen. Der Reihe nach.

Handwerksbetrieb auf der Google-Karte, Sinnbild für ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil

Warum das Profil vor der Website kommt

Ein Handwerker wird selten über den Firmennamen gesucht. Gesucht wird die Leistung plus Ort oder „in meiner Nähe", und darauf antwortet Google zuerst mit der Karte. Die drei Betriebe im Map-Pack bekommen rund die Hälfte aller Klicks, die Website steht darunter. Das Profil ist also kein Nebenschauplatz, sondern der Ort, an dem der Anruf entsteht. Die Website kommt danach ins Spiel: Sie macht aus dem Klick eine Anfrage und aus der Anfrage einen Auftrag. Wer nur die Website pflegt und das Profil vergisst, baut ein schönes Schaufenster in einer Straße, durch die niemand geht.

Feld 1: Kategorien, bis zu zehn statt einer

Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchen Sie überhaupt in der Karte auftauchen. Dazu erlaubt Google bis zu neun Nebenkategorien. Bei den Profilen, die wir übernehmen, ist meist genau eine gesetzt.

Ein Sanierungsbetrieb aus dem Weserbergland, den wir im September eingerichtet haben, hatte fünf Kategorien belegt. Am Ende waren es sieben, und mehr gab das Gewerk nicht her. Dabei zeigte sich eine Falle, die ganze Branchen trifft: Google führt in Deutschland keine Kategorie für Schimmelsanierung, obwohl es rund 3.800 Kategorien gibt. Auch „Bautrocknung", „Sanierung" und „Holzschutz" existieren nicht. Ob eine Kategorie existiert, erfahren Sie nur auf einem Weg: ins Kategoriefeld tippen und schauen, was Google vorschlägt. Raten hilft nicht.

  • Hauptkategorie: die Leistung, mit der Sie das meiste Geld verdienen, nicht die, die am vornehmsten klingt.
  • Nebenkategorien: alles, was Sie wirklich anbieten. Tipp: Schauen Sie bei den drei bestplatzierten Wettbewerbern, welche Kategorien die nutzen.
  • Nichts Falsches eintragen. Eine falsche Kategorie bringt Anfragen, die Sie absagen müssen. Jede Absage kostet Vertrauen, und bei einem jungen Profil schnell die erste schlechte Bewertung.

Feld 2: Leistungen, mit ehrlicher Preisspanne

Wenn eine Kategorie fehlt, ist das Feld Leistungen der Umweg. Unter „Profil bearbeiten, Dienstleistungen bearbeiten" lässt Google eigene Leistungen mit Bezeichnung und Beschreibung zu. Dort gehört jeder Begriff hinein, den Ihre Kunden googeln: „Schimmelbeseitigung", „Horizontalsperre", „bodengleiche Dusche", „Dachfenster tauschen". Die Reihenfolge ist Absicht: das Häufigste zuerst.

Und jetzt der Punkt, an dem die meisten Betriebe Geld liegen lassen. Wer bei uns anruft, fragt als Erstes: „Was kostet das ungefähr?" Der Preis ist die erste Frage des Kunden, und die meisten Profile beantworten sie nicht. Aus Angst vor dem Wettbewerb steht nirgends eine Zahl. Die Folge ist nicht, dass mehr anrufen, sondern dass die Falschen anrufen: die, die 200 Euro für ein Bad erwarten, und die, die nach dem dritten Angebot verhandeln.

Google bietet bei jeder Leistung ein Preisfeld, auch als „ab"-Preis. Tragen Sie eine ehrliche Spanne ein und schreiben Sie „nach Aufmaß" in die Beschreibung. In die Bezeichnung selbst gehören weder Preise noch Telefonnummern, das lässt Google nicht zu. Eine Spanne filtert vor: Wer sie sieht und trotzdem anruft, will den Auftrag.

Der Preis ist die erste Frage jedes Kunden. Ein Profil, das sie nicht beantwortet, zieht genau die Anrufer an, die Sie nicht wollen.

Feld 3: Einzugsgebiet

Bis zu 20 Orte dürfen Sie als Einzugsgebiet eintragen. Faustregel: alles, was Sie in unter zwei Stunden erreichen und wo Sie den Auftrag wirklich annehmen würden. Wer Nachbarorte weglässt, verschenkt genau die Suchen mit dem geringsten Wettbewerb. Wer zu weit greift, fährt für ein Aufmaß drei Stunden.

Feld 4: Fotos, echte statt Firmenwagen

Google bevorzugt Profile mit vielen echten Fotos, und Kunden erst recht. Was zählt: Baustellen, Vorher-Nachher-Paare, Ihr Team, Ihre Halle. Was nicht zählt: Stockbilder mit lächelnden Models und das Logo als Titelbild. Zwei Bilder haben im Suchergebnis den größten Effekt und werden am häufigsten vergessen: das Titelbild und das Logo. Prüfen Sie beide im Dashboard.

Aus der Praxis: Beim Sanierungsbetrieb lagen neun vorbereitete Fotos bereit, im Profil waren nach dem Hochladen sechs sichtbar. Google verwirft still, was zu klein ist oder doppelt aussieht. Zählen Sie nach dem Hochladen, was wirklich angezeigt wird.

Handwerker bei der Arbeit auf der Baustelle, echte Fotos wirken im Google-Profil stärker als jedes Stockbild

Feld 5: Erreichbarkeit, von außen geprüft

Telefonnummer, Öffnungszeiten, Website, Chat. Klingt banal, ist die häufigste Panne: eine alte Nummer im Profil, eine Handynummer, die niemand abnimmt, oder „geschlossen" am Samstag, obwohl Sie arbeiten. Prüfen Sie Ihr Profil so, wie ein Kunde es sieht: in Google Maps, abgemeldet, am Handy. Das dauert dreißig Sekunden und zeigt Fehler, die im Dashboard unsichtbar bleiben.

Und dann das, was wir jedem Betrieb sagen: Schicken Sie sich selbst eine Anfrage. Über den Anruf-Knopf im Profil, über den Chat, über das Formular Ihrer Website. Kommt sie an, in welchem Postfach, nach wie vielen Minuten? Ein Betrieb, der abends in Word sein Angebot schreibt, hat den Auftrag oft schon verloren, weil der Kunde am Nachmittag beim Nächsten war, der schneller geantwortet hat.

Ein Detail, das uns selbst erwischt hat: Der Link „Auf Google Maps ansehen", den Sie in Mails und Signaturen verwenden, muss aus einem frischen Browserfenster heraus funktionieren. Ein Link mit dem Firmennamen im Pfad zeigt beim Empfänger gern eine leere Karte an seinem eigenen Standort. Verlässlich ist nur der kurze Link aus dem Teilen-Menü des Profils.

Feld 6: Bewertungen, gezielt statt breit

Nichts bewegt die Karte so stark wie Bewertungen. Erst etwa zehn, danach zählt der stetige Zuwachs, etwa acht pro Monat. Eine Wertung zwischen 4,7 und 4,9 wirkt glaubwürdiger als eine makellose 5,0. Antworten Sie auf jede Bewertung in zwei bis drei Sätzen, mit Vornamen des Kunden und der genannten Leistung.

Der Fehler, den wir immer wieder sehen: Ein frisches Profil, und dann werden alle Altkunden auf einmal um eine Bewertung gebeten. Wer unzufriedene Kunden darunter hat, bekommt auch deren Bewertung. Zwei Ein-Stern-Bewertungen auf einem Profil ohne Gegengewicht sind schlimmer als gar keine. Besser: nach jedem sichtbar zufriedenen Auftrag vor Ort fragen, mit einem fertigen Link oder QR-Code. Breit streuen, auf Rechnung und Fahrzeug, erst wenn etwa fünf gute Bewertungen stehen. Wie ein fairer Bewertungs-Ablauf aussieht, zeigt unsere Bewertungs-Seite, die zufriedene Kunden direkt zu Google leitet.

Feld 7: Beiträge, zwei bis drei pro Woche

Google zeigt Beiträge direkt im Profil, und ein Profil ohne Beiträge wirkt nach etwa drei Monaten wie ein Betrieb, den es nicht mehr gibt. Zwei bis drei Beiträge pro Woche reichen, nie mehr als einer am Tag. Jeder Beitrag: 80 bis 150 Wörter, ein echtes Foto von der Baustelle, ein Knopf zum Anrufen oder Angebot anfordern. Themen haben Sie mehr, als Sie denken: die häufigste Ursache Ihrer Aufträge, der teuerste Fehler Ihrer Kunden, ein konkreter Fall, eine Leistung im Detail, ein saisonaler Hinweis.

Der Selbsttest: fünf Fragen an Ihr Profil

  1. 1
    Stehen mehr als eine Kategorie und alle Ihre Leistungen im Profil? Ins Kategoriefeld tippen und nehmen, was Google vorschlägt, aber nur, was Sie anbieten.
  2. 2
    Nennt Ihr Profil bei den Leistungen eine Preisspanne? Wenn nicht, beantworten Sie die erste Frage jedes Kunden nicht.
  3. 3
    Haben Sie sich selbst eine Anfrage geschickt? Anruf-Knopf, Chat, Formular. Wo kommt sie an, nach wie vielen Minuten antworten Sie?
  4. 4
    Stimmen Nummer, Öffnungszeiten, Titelbild und Logo, abgemeldet am Handy geprüft? Dashboard und Kundensicht sind zwei verschiedene Dinge.
  5. 5
    Gab es in den letzten vier Wochen eine neue Bewertung und einen neuen Beitrag? Wenn nein, wirkt das Profil auf Google und Kunden wie stillgelegt.

Zwei Mal „Nein" erklären in den meisten Fällen, warum die Karte den Wettbewerber zeigt und nicht Sie. Alle fünf Punkte kosten kein Geld, nur einen Nachmittag.

Der teure Fehler: den Preis verschweigen

Von allen Lücken kostet eine am meisten: kein Wort zum Preis, weder im Profil noch auf der Website. Der Gedanke dahinter ist verständlich, der Wettbewerber soll nicht mitlesen. Nur liest der Wettbewerber ohnehin nicht mit, der Kunde aber sucht die Zahl, findet sie beim Nächsten und ruft dort an. Eine ehrliche Spanne mit „nach Aufmaß" schreckt niemanden ab, der passt, und erspart Ihnen die Anrufe derer, die nicht passen. Wie das auf der Website weitergeht, lesen Sie in Website bringt keine Anfragen? Der häufigste Grund und im Local-SEO-Fahrplan, der Profil, Bewertungen und lokale Seiten zusammenbringt.

Häufige Fragen

Was kostet ein Google-Unternehmensprofil für Handwerker?

Nichts. Das Profil ist kostenlos, Google verdient an den Anzeigen darüber. Kosten entstehen nur, wenn Sie jemanden mit der Pflege beauftragen. Anlegen dauert zwei Minuten, die Bestätigung per Postkarte oder Video ein bis zwei Wochen.

Wie viele Kategorien darf ich im Google-Profil eintragen?

Eine Hauptkategorie und bis zu neun Nebenkategorien. Die Hauptkategorie bestimmt, bei welchen Suchen Sie in der Karte auftauchen. Tragen Sie nur ein, was Sie wirklich anbieten: Falsche Kategorien bringen Anfragen, die Sie absagen müssen, und jede Absage kostet Vertrauen und Bewertungen.

Meine Leistung gibt es nicht als Kategorie. Was tun?

Das kommt vor, Google führt in Deutschland zum Beispiel keine Kategorie für Schimmelsanierung, obwohl es rund 3.800 Kategorien gibt. Der Weg führt dann über die Leistungen: Unter „Profil bearbeiten, Dienstleistungen" können Sie eigene Leistungen mit Bezeichnung und Beschreibung anlegen. Dort gehört der Begriff hinein.

Darf ich im Google-Profil Preise nennen?

Ja, bei den Leistungen bietet Google ein Preisfeld, auch als „ab"-Preis. In der Bezeichnung der Leistung selbst dürfen keine Preise und keine Telefonnummern stehen. Eine ehrliche Spanne mit dem Hinweis „nach Aufmaß" filtert Anfragen vor, statt sie zu verhindern.

Wie viele Bewertungen brauche ich, damit das Profil wirkt?

Zuerst etwa zehn, danach zählt der stetige Zuwachs mehr als die Gesamtzahl. Eine Wertung zwischen 4,7 und 4,9 wirkt glaubwürdiger als eine glatte 5,0. Antworten Sie auf jede Bewertung in zwei bis drei Sätzen, das sehen Google und Ihre nächsten Kunden.

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